
Am Pilotstandort Ketzin, 40 km westlich von Berlin, werden unter der Koordination des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ seit 2004 im Rahmen nationaler und europäischer Projekte das wissenschaftliche Verständnis der geologischen Speicherung von CO2 weiterentwickelt und die im Untergrund ablaufenden Prozesse der CO2-Injektion und -Ausbreitung erforscht.
Bis 2000 wurde am Standort Ketzin ein saisonaler Untergrundspeicher für Erdgas in einer flacheren Sandstein-Formation in etwa 280 m Tiefe betrieben. Daher ist die Ketzin-Antiklinale (Aufwölbung der Gesteinsschichten) gut untersucht: zahlreiche seismische Profile und Bohrungen aus der vorangegangenen Erkundung geben Aufschluss über die geologischen Lagerungsverhältnisse und die Eigenschaften der verschiedenen geologischen Formationen. Basierend auf diesen Vorkenntnissen sowie ergänzend durchgeführten Erkundungsuntersuchungen wurden für die CO2-Speicherung 2007 drei neue Bohrungen abgeteuft. Die CO2-Injektion begann am 30. Juni 2008.

Von Beginn an unterliegt das Projekt der Aufsicht der Genehmigungsbehörde (Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR) und die Stadt Ketzin/Havel unterstützt das Vorhaben.
Öffentliche Akzeptanz ist für ein solches Vorhaben von zentraler Bedeutung. Von Beginn an wurde das Forschungsprojekt durch eine offene und transparente Information der Öffentlichkeit begleitet, die sich in großer medialer Resonanz im In- und Ausland widerspiegelt. Wichtigste Anlaufstelle für die Öffentlichkeit ist das Informationszentrum am Standort Ketzin. Interessierte, Schulklassen und Besuchergruppen können sich hier anmelden:
co2ketzin@gfz-potsdam.de
Die Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Ketzin erfolgen im Rahmen nationaler (BMBF, BMWi) und europäischer Projekte (EU: 6. und 7. Forschungsrahmenprogramm).
